Archaeologists for human rights

Seit Frühjahr 2003 häufen sich die Meldungen über die Entdeckung von Massengräbern im Irak. Das gesamte Ausmaß der Verbrechen des Baath-Regimes kommt erst langsam ans Licht, und man steht dem Leid der verzweifelten Familien betroffen gegenüber. Die Angehörigen suchen teilweise mit bloßen Händen in den Gräbern nach ihren vermißten Familienangehörigen.
Durch dieses verständliche, aber unkontrollierte Vorgehen wurden Beweise vernichtet. Durch diese Beweise könnten die Opfer identifiziert werden und die Umstände aufgeklärt werden, die zu ihrem Tod führten. Inzwischen halten irakische Behörden die lokale Bevölkerung erfolgreich davon ab, selbsttätig zu werden unter der Zusage, dass professionelle Hilfe in Kürze eintreffen wird. Weil diese jedoch trotz zahlreicher internationaler Ankündigungen auf sich warten läßt, wächst die Ungeduld von Angehörigen Vermißter.
Wir haben uns entschlossen, schnell zu handeln und trotz kritischer Sicherheitslage ein Team vor Ort zu schicken. Wir möchten unsere professionellen Methoden zur Rekonstruktion vergangener Ereignisse in Zusammenarbeit mit Forensikern und Anthropologen in den Dienst der Menschenrechte stellen. Aus diesem Grund wurde von einer Gruppe deutscher Archäologen aus Münster der Verein Archaeologists for human rights e.V. (AFHR) gegründet .
Unser Ziel ist der Aufbau einer Infrastruktur und eines weltweiten Netzwerkes für die Untersuchung von Massengräbern gemeinsam mit Archäologen, Forensikern und Anthropologen. Teile der lokalen Bevölkerung auszubilden, so dass diese in Zukunft eigenverantwortlich Massengräber freilegen können. Kontakte mit Sponsoren aufzubauen, um finanzielle Unterstützung für unsere Arbeit zu bekommen. Auf diese Weise erhoffen wir uns ein langfristiges Ausgrabungsprogramm gemeinsam mit den irakischen Kollegen.
